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26.05.2009

Info-Offensive - Riesenchancen und Fördermöglichkeiten von Umwelttechnik

Zu dieser Veranstaltung speziell für Teilnehmer aus dem Kreis Steinfurt hatte die DBU in Kooperation mit dem Kreis Steinfurt, der WESt, der Train-Transfergesellschaft und der IHK Nord Westfalen eingeladen. Dass die DBU Grenzen nicht gern sieht, stellte der DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde bereits zum Auftakt der Veranstaltung klar: „Wir reißen heute die Landesgrenze ein“, begrüßte er die Gäste aus dem Kreis Steinfurt in den Räumlichkeiten der DBU in Osnabrück/Niedersachsen. Dass die Grenzen der Fördermöglichkeiten ebenso flexibel sind, wurde im Verlauf der Veranstaltung deutlich. So erklärte der DBU-Abteilungsleiter Dr. Wulf Grimm: „Es wird nichts nach Schema ‚F’ entschieden - je besser und plausibler ein Projekt ist, desto flexibler die Handhabung und Förderung durch die DBU.“

Bei Landrat Thomas Kubendorff fanden solche Worte natürlich offene Ohren. Vor allem den Gedanken der grenzüberschreitenden ( „Zwei Drittel des Kreises grenzen an Niedersachsen“) Zusammenarbeit griff er auf. „Eine Intensivierung der Kontakte mit der Fachhochschule Osnabrück ist vor allem für Unternehmen aus dem Tecklenburger Land reizvoll“ blickte Kubendorff in die Zukunft und freute sich auf zahlreiche weitere Kooperationen mit der DBU.

Im Laufe der Veranstaltung wurden zwei durch die DBU geförderte Projekte vorgestellt. Thomas Deipenbrock, der geschäftsführende Gesellschafter der VacuSaTec GmbH, stellte ein von der DBU gefördertes Vakuum-WC vor. Diese bisher vor allem in Schiffen, Flugzeugen und Bahnen eingesetzte Technik spart bis zu 90 Prozent Wasser und Abwasser. Anfangs wurde sein Konzept, dass in Gebäuden zum Einsatz kommt, von einigen belächelt. Mittlerweile ist diese Vakuum-Entwässerung marktfähig und hat sich in vielen Bereichen durchgesetzt. Deshalb riet Deipenbrock den Teilnehmern: „Sie müssen von einer Idee vollkommen überzeugt sein“ und empfahl weiter: „Nutzen Sie die Kontakte der DBU“.

Mit Abwasser beschäftigte sich auch das Projekt, das Dr. Erwin Wessling, Inhaber der WesslingHolding GmbH vorstellte. Die Entwicklung einer Abwasser-Klärung mit Hilfe von Membrantechnik wurde vor elf Jahren durch die DBU gefördert. Dank der Zusammenarbeit mit diversen Hochschulinstituten, zu denen die DBU den Kontakt vermittelte, konnte diese Entwicklung verwirklicht werden. Durch eine Rotation der Membrane wird verhindert, dass diese nicht durch Bakterien verstopft werden, die sich sonst gerne an ihr festsetzten.
Wessling erklärte: „Bei diesem Projekt erschien uns die Prüfung unserer Projektskizze durch die DBU zunächst als eine unüberwindbare Hürde. Letztendlich hat die Prüfung aber das Projekt mehr voran gebracht als behindert.“ Vor allem eins gibt der Erfolgs-Unternehmer aus Altenberge seinen Zuhörern mit auf den Weg: „Es ist eine Riesenchance, mit der DBU in Verbindung zu stehen. Ein Projekt von ihr abklopfen zu lassen, das ist eine Dienstleistung von unschätzbarem Wert.“
Er verdeutlichte auch, dass Innovationen nicht an jetzigen Gegebenheiten und aktuellen Marktchancen scheitern dürfen. Denn zur Zeit der Entwicklung der Abwasser-Klärung mit Membrantechnik war diese nicht konkurrenzfähig, da die benötigten Membrane noch viel zu teuer waren. Heute werden sie, aufgrund der gestiegenen Nachfrage, zu günstigen Konditionen angeboten und die Entwicklung ist marktfähig.

Die praktischen Beispiele weckten bei den Teilnehmern viel Interesse, warfen aber auch einige Fragen auf: Kann man sich direkt bewerben oder geht das nur über eine Hochschule? Wie wird der Schutz von Ideen gewährleistet? Kann man auf vorhandene Patente aufbauen? Wie wird ein kleines oder mittleres Unternehmen definiert? Zählt dabei ein Gesamtkonzern oder auch einzelne Teile? Justiziar Josef Feldmann und Abteilungsleiter Dr. Wulf Grimm blieben keine Antwort schuldig.

Deutlich wurde, dass die DBU aufgrund der jahrelangen Erfahrung mit Umweltprojekten viele Akteure in diesem Bereich kennt und somit sehr gut leistungsfähige passende Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft vermitteln und zusammenbringen kann. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass Umweltprojekte nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern dass es auch einen riesigen Markt für Umwelttechnik gibt, der auch jetzt noch wächst.

Weitere Informationen zur Veranstaltung wie das Programm findet man hier.

Hintergrundinformation

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde 1990 in Leben gerufen. Das Stiftungsvermögen betrug anfänglich 1,28 Milliarden Euro aus dem Verkauf der bundeseigenen Salzgitter AG. Heute ist das Vermögen auf 1,8 Mrd. Euro angewachsen, obwohl zwischenzeitlich 1,3 Mrd. Euro für die Förderung von Projekten ausgegeben wurde. Mit einer jährlichen Fördersumme von ca. 50 Millionen Euro ist die DBU heute die größte Umweltstiftung der Welt. Täglich informieren sich ca. 12 000 Besucher auf der DBU-Webseite. Die DBU fördert vor allem dem präventiven und integrierten Umweltschutz. Der DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde erklärte, dass die DBU nicht an Symptomen herumdoktern wolle, sondern so früh wie möglich, idealerweise schon in der Produktion, neue Umweltstandards setzen will.

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