Symbole der Europäischen Union
Flagge, Hymne und Europatag waren vor der Europäischen Union bereits vom Europarat eingeführt worden, wurden jedoch einer breiten Bevölkerung erst bekannt, nachdem sie die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaften (EG) auf dem Europäischen Rat von Mailand 1985 auf Empfehlung des Ausschusses für das „Europa der Bürger“ auch für die EG übernommen hatten.
Symbole der EU in den Verträgen
Kein Staat verzichtet auf Symbole und Hoheitszeichen wie Flagge, Hymne, Nationalfeiertage etc.. Es sind Symbole u. a. für Zusammengehörigkeit und symbolisieren einen Staat in der Welt. Auch das wachsende europäische Selbstbewusstsein gewinnt Kraft aus Symbolen, die im Art. I-8 des (gescheiterten) Europäischen Verfassungsvertrag von 2004 ausdrücklich erwähnt wurden. Im Gegensatz zum Verfassungsvertrag verzichtet der seit 1. Dezember 2009 geltende Vertrag von Lissabon, mit Rücksicht auf nationale Befindlichkeiten, auf Regelungen zu den (staatstypischen) europäischen Symbolen wie Europaflagge, Europahymne und Europatag. Dies sollte die (etwa im Vereinigten Königreich verbreiteten) Befürchtungen ausräumen, die EU solle durch die Verfassung zu einem gesamteuropäischen „Superstaat“ werden.
Gleichwohl gelten die Symbole – Fahne, Hymne, Europatag und Leitspruch – aufgrund früherer Beschlüsse weiter. In der Praxis wird sich am Gebrauch der Symbole nichts verändern, da diese auch bisher verwendet wurden, ohne dass es dafür eine ausdrückliche vertragliche Grundlage gab. In der Erklärung Nr. 52 zur Regierungskonferenz, die als offizielles Dokument dem Vertrag von Lissabon angehängt ist, ohne jedoch unmittelbare Rechtswirkung zu haben, erklärten außerdem eine Mehrzahl der EU-Staaten (darunter auch Deutschland), dass die Symbole „für sie auch künftig [...] die Zusammengehörigkeit der Menschen in der Europäischen Union und ihre Verbundenheit mit dieser zum Ausdruck bringen“ (vollst. Text s. u.).
Symbole allgemein
Der Terminus Symbol stammt aus dem Griechischen und steht für "Etwas Zusammengefügtes" oder auch ein Sinnbild. Symbole werden im Allgemeinen für Bedeutungsträger (Zeichen, Wörter, Gegenstände, Vorgänge etc.) verwendet, die eine Vorstellung von etwas assoziieren bzw. abstrakt repräsentieren.
Was sind Symbole? – Was macht ein Symbol aus?
- Symbole repräsentieren etwas – ein Thema – eine Marke – eine Firma – etc.
- Symbole haben einen tieferen Sinn.
- Symbole sind ein andeutendes Zeichen, ein Sinnbild, ein bildhaftes anschauli-ches und wirkungsvolles Zeichen für einen Begriff oder Vorgang mit Wiederer-kennungscharakter.
- Symbole können Bedeutungsträger sein
- Symbole können Vorstellungen von etwas auslösen, das gegenwärtig gar nicht anwesend ist.
- Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in eine Idee, die Idee in ein Bild.
- Bei vielen Symbolen läuft ein „Kopfkino“ ab, sobald man es sieht. Man assoziiert ein Sinnbild mit dem Symbol (Beispiel: weiße Taube als Symbol des Friedens).
- Symbole können Ideogramme sein (Verkehrsschilder, Markensymbole wie MC Donalds) und zur Orientierung, aber auch zum Erfolg in der Wirtschaft beitragen.
- Oft bringt ein Symbol sofort eine Einordnung in ein Thema mit sich (Beispiel: Kreuz -> religiöse Einordnung | Mercedes Stern > Automarke | etc.).
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Vollständiger Wortlaut der Erklärung Nr. 52 zur Vertrag von Lissabon
ERKLÄRUNGEN zur Schlussakte der Regierungskonferenz, die den am 13. Dezember 2007 unterzeichneten Vertrag von Lissabon angenommen hat
C. ERKLÄRUNGEN VON MITGLIEDSTAATEN
52. Erklärung des Königreichs Belgien, der Republik Bulgarien, der Bundesrepublik Deutschland, der Hellenischen Republik, des Königreichs Spanien, der Italienischen Republik, der Republik Zypern, der Republik Litauen, des Großherzogtums Luxemburg, der Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Österreich, der Portugiesischen Republik, Rumäniens, der Republik Slowenien und der Slowakischen Republik zu den Symbolen der Europäischen Union
Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Italien, Zypern, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien und die Slowakei erklären, dass die Flagge mit einem Kreis von zwölf goldenen Sternen auf blauem Hintergrund, die Hymne aus der „Ode an die Freude“ der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven, der Leitspruch „In Vielfalt geeint“, der Euro als Währung der Europäischen Union und der Europatag am 9. Mai für sie auch künftig als Symbole die Zusammengehörigkeit der Menschen in der Europäischen Union und ihre Verbundenheit mit dieser zum Ausdruck bringen.
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